- 👥 Spieler
- 2
- 🎂 Alter
- 8+
- ⏱ Spieldauer
- 10–30 min
- ⭐ Schwierigkeit
- Mittel
- 🎲 Material
- Backgammon-Brett, je 15 Steine, 2 Würfelpaare (oder ein Paar), 2 Würfelbecher, optional ein Verdopplungswürfel
- Jeder Spieler hat 15 Steine und stellt sie 2-5-3-5 auf seine Felder 24, 13, 8 und 6.
- Mit zwei Würfeln ziehen: Jede Augenzahl ist ein eigener Zug, ein Pasch wird viermal gezogen.
- Ein Feld mit zwei oder mehr gegnerischen Steinen ist gesperrt. Ein einzelner gegnerischer Stein wird geschlagen und kommt auf die Bar.
- Wer einen Stein auf der Bar hat, muss ihn zuerst im gegnerischen Heimfeld einwürfeln.
- Sind alle 15 Steine im eigenen Heimfeld, werden sie herausgespielt. Wer zuerst alle 15 draußen hat, gewinnt.
Backgammon gehört zur uralten Familie der Tricktrack- oder „Tables"-Spiele, im deutschsprachigen Raum früher auch als Puff oder Wurfzabel bekannt. Die heutigen Turnierregeln mit dem Verdopplungswürfel stammen aus den 1920er-Jahren. Die Grundregeln lernst du in einer Viertelstunde. Danach entscheidet vor allem, wie klug du deine Würfe nutzt.
Hier findest du zuerst die offiziellen Standardregeln, wie sie in Vereinen und Turnieren gelten. Hausregeln und Varianten wie das türkische Tavla stehen getrennt weiter unten, damit klar bleibt, was Standard ist.
Spielziel
Du hast 15 Steine. Die ziehst du einmal rund ums Brett in dein Heimfeld und spielst sie dann heraus. Wer zuerst alle 15 Steine herausgespielt hat, gewinnt.
Ein reines Wettrennen ist Backgammon trotzdem nicht: Beide Spieler ziehen in entgegengesetzter Richtung und kommen sich ständig in die Quere. Einzelne Steine können geschlagen werden und müssen von vorn anfangen, und mit mehreren besetzten Feldern hintereinander kannst du deinem Gegner den Weg versperren.
Das Spielbrett
Das Brett hat 24 Zungen, auch Felder oder Points genannt. Sie sind in vier Viertel zu je sechs Feldern aufgeteilt:
- Dein Heimfeld (inneres Feld): Felder 1 bis 6. Von hier spielst du am Ende heraus.
- Dein Außenfeld: Felder 7 bis 12.
- Das Außenfeld des Gegners: aus deiner Sicht Felder 13 bis 18.
- Das Heimfeld des Gegners: aus deiner Sicht Felder 19 bis 24.
Der Steg in der Mitte heißt Bar. Dort landen geschlagene Steine.
Jeder Spieler zählt die Felder von seiner Seite aus. Dein 1er-Feld ist also das 24er-Feld deines Gegners. Zwei Namen solltest du kennen: Das 13er-Feld heißt Mittelfeld (Midpoint), das 7er-Feld Bar-Point.
Backgammon richtig aufstellen
So stehen deine 15 Steine zu Beginn:
| Feld (aus deiner Sicht) | Steine | Bedeutung |
|---|---|---|
| 24 | 2 | Deine „hinteren Steine" tief im gegnerischen Heimfeld |
| 13 | 5 | Das Mittelfeld im gegnerischen Außenfeld |
| 8 | 3 | In deinem Außenfeld |
| 6 | 5 | In deinem Heimfeld |
Der Gegner baut spiegelbildlich auf. Merkhilfe: 2-5-3-5, und die beiden Heimfelder liegen sich gegenüber. Ob dein Heimfeld rechts oder links liegt, ist egal, solange beide Heimfelder auf derselben Seite des Bretts sind.
Deine Steine ziehen von Feld 24 in Richtung Feld 1, also hufeisenförmig durch das gegnerische Heimfeld, an der gegenüberliegenden Seite entlang und auf deiner Seite zurück ins Heimfeld.
Spielbeginn
Jeder wirft einen einzelnen Würfel. Die höhere Zahl beginnt, und zwar mit beiden geworfenen Zahlen. Wirft also Anna eine 5 und Ben eine 3, zieht Anna im ersten Zug 5 und 3. Bei Gleichstand wird neu geworfen.
Danach wirft jeder abwechselnd mit beiden eigenen Würfeln, und zwar aus dem Becher in die rechte Brett-Hälfte. Fällt ein Würfel daneben, auf einen Stein oder bleibt er schräg liegen, werden beide Würfel neu geworfen.
So ziehen die Steine
Jede Augenzahl ist ein eigener Zug. Bei einer 6 und einer 3 kannst du:
- einen Stein 6 Felder und einen anderen 3 Felder ziehen, oder
- einen einzigen Stein erst 6 und dann 3 Felder (oder erst 3, dann 6) ziehen.
Ziehst du einen Stein mit beiden Zahlen, muss auch das Zwischenfeld offen sein. Ein gesperrtes Zwischenfeld kannst du nicht als Sprungbrett nutzen.
Ein Pasch wird viermal gezogen. Bei 2-2 hast du also vier Züge zu je zwei Feldern.
Steine ziehen immer nur vorwärts, Richtung Heimfeld.
Offene und gesperrte Felder
Du darfst ein Feld betreten, wenn es:
- leer ist,
- mit eigenen Steinen besetzt ist (egal wie viele), oder
- mit genau einem gegnerischen Stein besetzt ist. Den schlägst du dann.
Stehen dort zwei oder mehr gegnerische Steine, ist das Feld gesperrt. Darüber hinwegziehen darfst du trotzdem. Zwei eigene Steine auf einem Feld nennt man einen Block oder „gemachten Punkt". Er ist sicher und versperrt dem Gegner das Feld.
Zugzwang: Der Wurf muss ausgenutzt werden
An dieser Regel scheitern die meisten Anfänger:
- Kannst du beide Zahlen ziehen, musst du beide ziehen.
- Geht nur eine Zahl, musst du diese ziehen.
- Geht entweder die eine oder die andere, aber nicht beide, musst du die höhere ziehen.
- Geht keine, verfällt dein Wurf.
Einen Zug auslassen, weil er dir schadet, ist nicht erlaubt.
Schlagen, Bar und Einwürfeln
Ein einzelner Stein auf einem Feld heißt Blot. Landet der Gegner darauf, wird dein Stein geschlagen und kommt auf die Bar.
Solange du einen Stein auf der Bar hast, darfst du keinen anderen Stein bewegen. Zuerst musst du ihn im gegnerischen Heimfeld einwürfeln:
- Eine 1 bringt ihn auf dein 24er-Feld, eine 2 auf das 23er-Feld und so weiter bis zur 6 auf das 19er-Feld.
- Das Zielfeld muss offen sein.
- Hast du zwei Steine auf der Bar, müssen beide herein, bevor du etwas anderes ziehen darfst.
Passt keine deiner Zahlen, ist der ganze Wurf verloren. Hat der Gegner alle sechs Felder seines Heimfelds blockiert, kannst du gar nicht einwürfeln und musst warten, bis er ein Feld öffnet.
Ein geschlagener Stein beginnt seine Reise wieder ganz von vorn. Deshalb ist Schlagen so stark: Ein kurz vor dem Ziel geschlagener Stein verliert schnell 20 Felder oder mehr.
Rausspielen
Erst wenn alle 15 Steine in deinem Heimfeld (Felder 1 bis 6) stehen, darfst du herausspielen.
- Mit einer 6 nimmst du einen Stein vom 6er-Feld, mit einer 5 vom 5er-Feld und so weiter.
- Statt herauszuspielen, darfst du mit einer Zahl auch innerhalb des Heimfelds ziehen.
- Liegt auf dem gewürfelten Feld kein Stein, musst du einen Stein von einem höheren Feld ziehen, falls es einen gibt.
- Gibt es keinen höheren Stein, spielst du den Stein vom höchsten besetzten Feld heraus. Stehen deine letzten Steine zum Beispiel auf 3, 2 und 1, nimmt eine 6 einen Stein vom 3er-Feld.
Wird während des Rausspielens einer deiner Steine geschlagen, muss er erst wieder einwürfeln und ins Heimfeld zurück, bevor du weiter herausspielen darfst.
Gewinnen und Punkte zählen
Wer zuerst alle 15 Steine draußen hat, gewinnt. Wie viel, hängt vom Verlierer ab:
| Ergebnis | Wann | Punkte |
|---|---|---|
| Einfacher Sieg | Der Verlierer hat mindestens einen Stein herausgespielt | 1 × Würfelwert |
| Gammon | Der Verlierer hat noch keinen Stein herausgespielt | 2 × Würfelwert |
| Backgammon | Wie Gammon, und der Verlierer hat noch einen Stein auf der Bar oder im Heimfeld des Gewinners | 3 × Würfelwert |
Meist spielt man ein Match auf eine vereinbarte, ungerade Punktzahl, zum Beispiel 5, 7 oder 11.
Der Verdopplungswürfel
Der Verdopplungswürfel macht Backgammon zum Strategiespiel. Er trägt die Zahlen 2, 4, 8, 16, 32 und 64 und liegt zu Beginn mit der 64 nach oben in der Mitte. Das bedeutet: Das Spiel zählt 1.
- Vor deinem Wurf darfst du dem Gegner eine Verdopplung anbieten.
- Lehnt er ab, hat er das Spiel sofort verloren, und zwar zum aktuellen Wert.
- Nimmt er an, zählt das Spiel doppelt und er bekommt den Würfel. Nur wer den Würfel besitzt, darf als Nächster wieder verdoppeln (Redoppel).
Faustregel für Einsteiger: Verdopple, wenn du klar vorne liegst, der Gegner aber noch annehmen kann. Nimm an, wenn du aus der Stellung noch etwa jedes vierte Spiel gewinnen würdest.
Crawford-Regel im Match
Sobald ein Spieler nur noch einen Punkt vom Matchgewinn entfernt ist, wird das nächste Spiel ohne Verdopplungswürfel gespielt (Crawford-Spiel). So kann der Zurückliegende nicht sofort risikolos verdoppeln. Danach ist der Würfel wieder im Spiel.
Optionale Regeln beim Spiel um Punkte
Vor dem Spiel absprechen:
- Jacoby-Regel: Gammon und Backgammon zählen nur, wenn der Verdopplungswürfel schon gedreht wurde.
- Biber (Beaver): Wer gedoppelt wird, darf sofort zurückdoppeln und behält den Würfel.
- Automatische Verdopplung: Werfen beide beim Eröffnungswurf dieselbe Zahl, verdoppelt sich der Einsatz; der Würfel bleibt in der Mitte. Meist begrenzt man das auf einmal pro Spiel.
Varianten
Tavla (Türkei)
In türkischen Familien und Cafés, auch in Deutschland, heißt das Spiel Tavla. Ziehen, Schlagen und Rausspielen funktionieren genauso. Gespielt wird meist ohne Verdopplungswürfel bis 5 Punkte; ein Gammon heißt Mars und zählt doppelt. Die Würfe werden gern mit persisch-türkischen Zahlwörtern angesagt, etwa „Şeş Beş" für 6-5.
Tavli (Griechenland)
Griechisches Tavli besteht aus drei Spielen hintereinander: Portes (fast wie Backgammon), Plakoto (ein einzelner Stein wird nicht geschlagen, sondern festgesetzt) und Fevga (kein Schlagen, beide ziehen in dieselbe Richtung).
Nackgammon
Eine moderne, längere Variante mit zwei zusätzlichen hinteren Steinen: 2 auf 24, 2 auf 23, 4 auf 13, 3 auf 8 und 4 auf 6.
Acey-Deucey
Alle Steine starten außerhalb des Bretts und werden erst eingewürfelt. Der Wurf 1-2 ist besonders: Man zieht 1 und 2, wählt dann einen beliebigen Pasch und würfelt noch einmal.
Tipps für Einsteiger
- Baue dein Heimfeld zu. Jedes Feld, das du dort besetzt, kann ein geschlagener Gegner nicht mehr zum Einwürfeln nutzen. Das 5er-Feld ist das wertvollste.
- Strebe eine Blockade an. Sechs besetzte Felder in Folge heißen Prime: Ein Stein dahinter kommt nicht mehr vorbei.
- Lass Blots nur auf Abstand stehen. Ein Stein, der höchstens 6 Felder vor einem gegnerischen Stein steht, kann mit einer einzigen Zahl getroffen werden. Bei mehr Abstand braucht der Gegner eine Kombination.
- Gib das Mittelfeld nicht zu früh auf. Die Steine auf dem 13er-Feld sind ein sicherer Landeplatz auf dem Heimweg.
- Lerne die Eröffnungszüge. Eine 3-1 spielt man fast immer 8/5 und 6/5 (das 5er-Feld ist besetzt), eine 6-1 spielt man 13/7 und 8/7 (Bar-Point besetzt).
- Zähle die Augen. Zu Beginn muss jeder Spieler insgesamt 167 Felder ziehen (Pipcount). Liegst du im Rennen vorne, vermeide Kontakt; liegst du hinten, halte Steine zurück und warte auf einen Treffer.
Häufige Fehler
- Andere Steine ziehen, obwohl noch ein eigener Stein auf der Bar steht.
- Nur einen Würfel ziehen, obwohl beide gingen, oder die kleinere Zahl ziehen, wenn nur eine geht.
- Herausspielen, bevor alle 15 Steine im Heimfeld sind.
- Mit einem Stein beide Zahlen ziehen, obwohl das Zwischenfeld gesperrt ist.
- Nach dem Würfeln verdoppeln. Angeboten wird immer vor dem Wurf.
Die wichtigsten Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Zunge / Feld | Eines der 24 Dreiecke |
| Blot | Ein einzelner, schlagbarer Stein |
| Block / Punkt | Zwei oder mehr eigene Steine auf einem Feld |
| Bar | Der Mittelsteg für geschlagene Steine |
| Einwürfeln | Einen Stein von der Bar zurück ins Spiel bringen |
| Prime | Mehrere besetzte Felder in Folge |
| Rausspielen | Steine am Ende vom Brett nehmen |
| Pipcount | Summe der Felder, die deine Steine noch ziehen müssen |
| Gammon | Sieg, bei dem der Verlierer noch nichts herausgespielt hat (2×) |
| Backgammon | Gammon mit Stein des Verlierers auf der Bar oder im Heimfeld des Gewinners (3×) |
Häufige Fragen
Wer fängt beim Backgammon an?
Beide Spieler werfen je einen Würfel. Wer die höhere Zahl hat, beginnt und zieht mit beiden geworfenen Zahlen, also mit seiner eigenen und der des Gegners. Bei gleicher Zahl wird neu geworfen.
Muss man beim Backgammon beide Würfel ziehen?
Ja, sofern es regelkonform möglich ist. Lässt sich nur eine Zahl ziehen, muss diese gezogen werden. Ist entweder die eine oder die andere Zahl möglich, aber nicht beide, muss die höhere gezogen werden. Geht gar nichts, verfällt der Wurf.
Darf ein Stein mit beiden Würfeln ziehen?
Ja. Ein Stein darf beide Augenzahlen nacheinander ziehen, wenn das Zwischenfeld nach der ersten Zahl offen ist, also nicht von zwei oder mehr gegnerischen Steinen besetzt.
Was passiert bei einem Pasch?
Ein Pasch wird viermal statt zweimal gezogen. Bei 5-5 darf man also viermal fünf Felder ziehen, mit einem Stein oder verteilt auf mehrere.
Darf man rausspielen, wenn ein Stein auf der Bar ist?
Nein. Rausspielen ist nur erlaubt, wenn alle 15 eigenen Steine im Heimfeld stehen. Wird beim Rausspielen ein Stein geschlagen, muss er erst wieder einwürfeln und ins Heimfeld zurückkehren.
Was ist ein Gammon und was ein Backgammon?
Gammon heißt: Der Verlierer hat noch keinen einzigen Stein herausgespielt. Das zählt doppelt. Steht beim Verlierer zusätzlich noch ein Stein auf der Bar oder im Heimfeld des Gewinners, ist es ein Backgammon und zählt dreifach.
Wie viele Punkte gibt es beim Backgammon?
Ein normaler Sieg zählt 1 Punkt, ein Gammon 2 und ein Backgammon 3, jeweils multipliziert mit dem Wert des Verdopplungswürfels. Matches werden meist bis 5, 7 oder 11 Punkte gespielt.
Ist Tavla dasselbe wie Backgammon?
Fast. Tavla ist der türkische Name, Zugregeln, Schlagen und Rausspielen sind gleich. Im Freundeskreis wird Tavla meist ohne Verdopplungswürfel bis 5 Punkte gespielt, ein Mars (Gammon) zählt doppelt.
Quellen
Wir prüfen jede Regel anhand dieser Quellen. Wo sie sich widersprechen, sagen wir es im Text.