Mau-Mau Regeln: Grundregeln, Sonderkarten und Varianten

Mau-Mau Regeln einfach erklärt: Austeilen, Farbe oder Wert bedienen, Sieben ziehen, Acht aussetzen, Bube wünschen, Mau und Mau-Mau sagen, Strafkarten, Punkte und Hausregeln.

👥 Spieler
2–5
🎂 Alter
6+
⏱ Spieldauer
10–30 min
⭐ Schwierigkeit
Leicht
🎲 Material
Ein Skatblatt mit 32 Karten (bei mehr als 5 Spielern zwei Blätter oder ein Blatt mit 52 Karten)
  1. Jeder bekommt 5 Karten, eine Karte wird aufgedeckt, der Rest ist der verdeckte Stapel.
  2. Reihum legt jeder eine Karte, die in Farbe oder Wert zur obersten Karte passt.
  3. Wer nicht legen kann, zieht eine Karte vom Stapel.
  4. Sonderkarten: Die Sieben lässt den Nächsten zwei Karten ziehen, die Acht lässt ihn aussetzen, mit dem Buben wünschst du dir eine Farbe.
  5. Bei der vorletzten Karte „Mau" sagen, beim Ablegen der letzten „Mau-Mau". Wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt.

Mau-Mau ist für viele Kinder in Deutschland, Österreich und der Schweiz das erste richtige Kartenspiel. Man braucht nur ein Skatblatt, die Regeln passen auf einen Bierdeckel, und trotzdem wird bei jeder Sieben und jedem Buben laut gelacht. In der Schweiz heißt das Spiel übrigens Tschau Sepp.

Wichtig vorweg: Mau-Mau hat keine offiziellen Regeln. Es gibt keinen Verlag und keinen Verband, und fast jede Familie spielt ein bisschen anders. Wir erklären zuerst die Grundregeln, die praktisch überall gelten, und dann die beliebtesten Varianten. So könnt ihr vor dem Spiel schnell festlegen, was bei euch gilt.

Spielziel

Als Erster alle Handkarten ablegen. Wer mit Punkten spielt, will außerdem möglichst wenige Strafpunkte für Restkarten sammeln.

Karten und Vorbereitung

Gespielt wird meist mit einem Skatblatt aus 32 Karten: Sieben, Acht, Neun, Zehn, Bube, Dame, König und Ass in den Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo (oder Eichel, Grün, Rot und Schellen beim deutschen Blatt). Ab etwa fünf Spielern nimmt man zwei Blätter oder ein Rommé-Blatt mit 52 Karten.

  1. Der Geber mischt und gibt jedem Spieler 5 Karten (manche Runden geben 6).
  2. Die restlichen Karten kommen verdeckt als Stapel (Talon) in die Mitte.
  3. Die oberste Karte wird aufgedeckt und daneben gelegt.

Der Spieler links vom Geber beginnt, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.

So läuft ein Zug

Du legst eine Karte auf die oberste offene Karte. Sie muss passen:

  • in der Farbe (Herz auf Herz), oder
  • im Wert (Dame auf Dame).

Kannst du keine Karte legen, ziehst du eine Karte vom Stapel. In den meisten Runden darfst du sie sofort legen, wenn sie passt; sonst ist der Nächste dran.

Ist der Stapel aufgebraucht, bleibt die oberste offene Karte liegen. Die übrigen abgelegten Karten werden gemischt und als neuer Stapel umgedreht.

Die Sonderkarten

KarteWirkung
SiebenDer nächste Spieler zieht 2 Karten
AchtDer nächste Spieler setzt aus
BubeDarf auf jede Karte gelegt werden; du wünschst dir eine Farbe

Die Sieben: zwei ziehen

Legst du eine Sieben, muss dein linker Nachbar zwei Karten ziehen und darf in diesem Zug nichts mehr legen. In den meisten Runden darf er aber eine eigene Sieben drauflegen. Dann muss der Nächste schon vier Karten ziehen, bei der dritten Sieben sechs und bei der vierten acht.

Die Acht: aussetzen

Legst du eine Acht, setzt dein linker Nachbar eine Runde aus. Liegt eine Acht offen, darf der ausgesetzte Spieler in vielen Runden eine eigene Acht drauflegen und so den Nächsten aussetzen lassen.

Der Bube: Farbe wünschen

Den Buben darfst du auf jede Karte legen, egal welche Farbe oben liegt. Dann sagst du, welche Farbe als Nächstes gelegt werden muss, zum Beispiel „Ich wünsche mir Pik". Der nächste Spieler muss diese Farbe bedienen oder ziehen.

Ob man Bube auf Bube legen darf, ist die berühmteste Streitfrage des Spiels. In vielen Familien heißt es „Bube auf Bube stinkt", also verboten. Andere erlauben es.

Die erste offene Karte

Ist die aufgedeckte Startkarte eine Sonderkarte, gilt sie in vielen Runden für den ersten Spieler: Bei einer Sieben zieht er zwei Karten, bei einer Acht setzt er aus, bei einem Buben darf er jede Karte legen. In anderen Runden bleibt die Startkarte ohne Wirkung.

Mau und Mau-Mau

  • Legst du deine vorletzte Karte, sagst du „Mau". So weiß jeder, dass du nur noch eine Karte hast.
  • Legst du deine letzte Karte, rufst du „Mau-Mau" und hast die Runde gewonnen.

Wer „Mau" vergisst und erwischt wird, bevor der nächste Spieler seine Karte legt, zieht in der Regel eine oder zwei Strafkarten. Wer beim Ausmachen „Mau-Mau" vergisst, hat in vielen Runden nicht gewonnen und muss ebenfalls Strafkarten ziehen.

Punkte zählen (optional)

Viele spielen einfach Runde um Runde ohne Punkte. Wer über mehrere Runden spielen will, zählt am Ende jeder Runde die Karten, die die Verlierer noch auf der Hand haben. Eine verbreitete Wertung ist:

KartePunkte
Ass11
Zehn10
Neun, Acht, Sieben9, 8, 7
König4
Dame3
Bube20 (manche zählen 2)

Wer zuerst eine vereinbarte Grenze überschreitet, zum Beispiel 100 Punkte, hat verloren; gewonnen hat dann der Spieler mit den wenigsten Punkten.

Beliebte Varianten

Vor dem Spiel absprechen, welche davon gelten:

  • Ass: nochmal legen. Wer ein Ass legt, darf sofort eine weitere Karte legen. (Manche spielen: Das Ass lässt den Nächsten aussetzen, statt der Acht.)
  • Neun: Alleskönner. Die Neun darf auf jede Karte gelegt werden, auch auf einen Buben.
  • Zehn: Richtungswechsel. Die Spielrichtung dreht sich um, wie bei UNO.
  • Bube nur zum Wünschen. In manchen Regionen muss der Bube die Farbe bedienen und darf nicht auf alles gelegt werden.
  • Nicht mit Sonderkarte ausmachen. Die letzte Karte darf keine Sieben, Acht oder kein Bube sein.
  • Drei Asse gewinnen. Wer drei Asse auf der Hand hat und vorzeigt, hat die Runde sofort gewonnen.
  • Strafen für Fehler. Wer eine falsche Karte legt, nimmt sie zurück und zieht eine Strafkarte.

Tipps

  • Heb dir den Buben auf. Er rettet dich, wenn nichts passt, und mit dem Wunsch kannst du die Farbe wählen, von der du am meisten hast.
  • Merke dir, wer zieht. Zieht dein Nachbar bei Karo, hat er wohl kein Karo. Wünsch dir dann genau diese Farbe.
  • Sieben nicht zu früh verschwenden. Behalte eine Sieben, um dich gegen eine Sieben des Vorgängers zu wehren.
  • Achten gezielt spielen. Eine Acht gegen jemanden, der gerade „Mau" gesagt hat, verschafft dir eine ganze Runde.
  • Hohe Karten früh loswerden, wenn ihr mit Punkten spielt.

Häufige Fehler

  • Eine Karte legen, die weder in Farbe noch im Wert passt.
  • „Mau" bei der vorletzten Karte vergessen.
  • Nach einer Sieben ziehen und trotzdem noch eine Karte legen.
  • Mit dem Buben keine Farbe wünschen.
  • Hausregeln nicht vorher absprechen. Das sorgt für den meisten Streit.

Mau-Mau, UNO und Crazy Eights

Mau-Mau gehört zur großen Familie der Ablegespiele. Im englischen Sprachraum heißt die Grundform Crazy Eights (dort ist die Acht die Wunschkarte), in den Niederlanden Pesten, in der Schweiz Tschau Sepp. Das kommerzielle UNO nutzt dasselbe Prinzip mit eigenen Karten. Woher der Name „Mau-Mau" kommt, ist nicht geklärt; die heutigen Regeln sind im deutschsprachigen Raum spätestens seit dem 20. Jahrhundert verbreitet.

Häufige Fragen

Wie viele Karten bekommt man bei Mau-Mau?

Meist 5 Karten pro Spieler, in manchen Runden 6. Bei vielen Spielern nimmt man zwei Skatblätter oder ein Blatt mit 52 Karten.

Darf man Sieben auf Sieben legen?

In den meisten Runden ja. Wer eine Sieben bekommt und selbst eine Sieben hat, legt sie darauf; dann muss der Nächste vier Karten ziehen, bei einer weiteren Sieben sechs und so weiter. In der einfachsten Grundform zieht man dagegen sofort zwei Karten.

Darf man Bube auf Bube legen?

Das ist die bekannteste Streitfrage beim Mau-Mau. In vielen Familien gilt „Bube auf Bube stinkt", also verboten. Offizielle Regeln gibt es nicht, deshalb vorher absprechen.

Was passiert, wenn man vergisst, Mau zu sagen?

Wer bei der vorletzten Karte nicht „Mau" sagt und erwischt wird, muss meist eine oder zwei Strafkarten ziehen. Wer beim Ausmachen „Mau-Mau" vergisst, hat in vielen Runden nicht gewonnen und zieht ebenfalls Strafkarten.

Darf man mit einem Buben ausmachen?

Das hängt von der Runde ab. In vielen Familien ist es erlaubt, andere verlangen, dass die letzte Karte keine Sonderkarte ist. Sprecht es vor dem Spiel ab.

Darf man eine gezogene Karte sofort legen?

In den meisten Runden ja: Passt die gezogene Karte, darfst du sie gleich ablegen. In der strengen Grundform ist der Zug nach dem Ziehen vorbei.

Was ist der Unterschied zwischen Mau-Mau und UNO?

Das Prinzip ist gleich: passende Karten ablegen und als Erster fertig sein. Mau-Mau wird aber mit einem normalen Skatblatt gespielt, die Sonderkarten sind die Sieben, die Acht und der Bube, und die Regeln unterscheiden sich von Runde zu Runde. UNO hat eigene Karten und feste offizielle Regeln.

Gibt es offizielle Mau-Mau Regeln?

Nein. Mau-Mau ist ein Volksspiel ohne Verlag oder Verband. Die hier beschriebenen Regeln sind die verbreitetste Fassung im deutschsprachigen Raum, Varianten stehen weiter unten.

Quellen

Wir prüfen jede Regel anhand dieser Quellen. Wo sie sich widersprechen, sagen wir es im Text.

  1. Wikipedia (Deutsch): Mau-Mau (Kartenspiel)
  2. Pagat.com: Crazy Eights und verwandte Ablegespiele

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